CSSConf.eu 2014

Zugegeben, als die CSSConf im letzten Jahr zum ersten Mal in Deutschland „landete“, war ich nicht nur angetan, ich war restlos begeistert. Wobei ich Konferenzen gegenüber immer sehr skeptisch eingestellt bin, es ist schwierig, mir etwas neues zu erzählen. Jedenfalls war der diesjährige Termin für mich einer der Pflichttermine, die Messlatte lag schon recht hoch, vielleicht zu hoch.

Jede Konferenz baut auf ihre Speaker auf, daher ist es wichtig, wie gut und interessant die jeweiligen Topics vorgetragen werden. Für einen Kinofilm mit lahmer Story und schlechten Effekten will man auch kein Geld ausgeben, dafür ist der Kinofilm günstiger. Mit den hohen Preisen erwarte ich, dass ich am Ende einfach geflasht bin. Ob das Catering gut war und ob ich neue Kontakte kennengelernt habe, kann über eine schlechte Konferenz kaum hinweg trösten – beides kann ich auch günstiger haben.

Location wechsel dich

Im letzten Jahr ist es der Konferenz noch gelungen, trotz einiger kleiner Mankos, mich restlos zu begeistern. Sicherlich war der Wunsch der Veranstalters dieses Jahr noch eine Schippe oben drauf zu legen, was ihnen bei der Location und dem „drumherum“ auch gelungen ist. Im letzten Jahr noch in der Invalidenstraße, wanderte die Konferenz in diesem Jahr ins Radialsystem nahe des Berliner Ostbahnhofs – was schon mal positiv zu werten ist.

Gemäß der Tradition startete auch dieses Jahr Jed Schmidt mit seiner obligatorischen CSS Einleitung. Einen Host wie Jed kann man sich für jede Konferenz wünschen, er ist der geborene Entertainer.

Im Anschluss kam Mathias Bynens mit seinen „10 Dingen, die sie noch nicht über CSS wussten“. Das Thema sollte eher witzig sein, war zum Teil auch grenzwertig. Zu sagen „Hey, ihr braucht nicht mehr auf eine klare HTML Struktur zu achten, weil die Browser-Engine gleicht die Fehler wieder aus“, ist in meinen Augen der falsche Weg.

Dann der Auftritt von Sara Soursidan, die in den letzten Wochen fast zum SVG Guru aufgestiegen ist. Leider wirkte der Talk sehr gehetzt, was an der Komplexität des Themas und der knappen Redezeit liegt.

Das warten auf das Highlight

Es folgten weitere Speaker wie Stoyan Stefanov, John Brown und Rachel Andrew, davon blieb nur Rachel Andrew im Gedächtnis, die über native CSS Grid Module fabulierte. Aber auch nur weil CSS Grid in den nächsten fünf Jahren wohl keine praktische Anwendung finden, wir sind in den nächsten zwei Jahren nicht einmal soweit, das wir Flexbox bedenkenlos anwenden können.

Natürlich gab es zwischen viel uninteressanten Themen auch noch Highlights. Patrick Hamann vom Guardian und Addy Osmani redeten beide über Performance Optimierungen in ihren eigenen Talks. Das war zumindest etwas Greifbares, auch wenn sich beide Talks gleichen.

Das bittere Fazit

Zum Teil hat man das Gefühl, die Veranstalter haben sich am eigenen Anspruch übernommen, in dem sie sich mehr um das drumherum konzentriert haben, als auf die eigentlichen Topics. Die Auswahl der Themen war zum Großteil einfach langweilig, uninteressant oder Praxis fern. Das hat man zum Teil auch dem Publikum entnommen, das gelangweilt vor sich hin stöhnte.

Nachteilig fand ich ebenso, dass man am Ende des Talks, in der großen Runde keine Fragen mehr an den Speaker stellen konnte. Dafür wäre ja Zeit in den jeweiligen Breaks – davon profitieren dann nur einzelne. Sicherlich, für Neulinge war das eine oder andere dabei, was interessant war.

Für mich persönlich war es aber einfach nur verschwendetes Geld – gut, an dem Punkt bin ich aber auch sehr pragmatisch.