Transparenz – die reine Wahrheit allein ist eine Sackgasse.

Onkel Dittmeyer starb am 24.05.2009. Aber im Werbeblock geht sein Geist wieder um. Als kreatives Strickmuster für Kampagnen mit dem Ziel Transparenz und Glaubwürdigkeit. Meine Meinung dazu: Stoppt die Geldverbrennung!

Der Trend zu echten Testimonials ist verständlich. Werbung steckt in der größten Glaubwürdig­keitskrise seit der Erfindung der Piemont-Kirsche. Einer Nielsen-Studie zufolge glaubten 2010 nur noch 51% der Menschen überhaupt irgendwelchen Werbebotschaften. Tendenz fallend. Nicht zu Unrecht. Denn im Netz wird immer wieder schnell offenbart, wie viele Marken schummeln. Aktuelles Beispiel: die Ritter-Sport-Kampagne mit dem grenzwertigen „Greentalking“ der Inhaltstoffe.

Mit Transparenz Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.

In der gläsernen Welt von heute muss Transparenz für jede Marke zu einem zentralen Wert werden. Denn Transparenz schafft Glaubwürdigkeit und ist damit Grundvoraussetzung für Kommunikation auf Augenhöhe mit den potenziellen Kunden. Nur Marken, die es schaffen, so von Ihren Kunden wahr- und ernst genommen zu werden, können sich in Zukunft durchsetzen. Ehrlichkeit ist das höchste Gut für Markenkommunikation. Aber trockene Fakten alleine sind nicht die Lösung für erfolgreiche Werbekampagnen.

Glaubwürdigkeit und Kreativität widersprechen sich nicht!

Moderne Kommunikation muss Marken und Produkte in emotionale Stories und Erlebnisse verwandeln. Inspirierende Angebote zum Dialog und Interaktion statt dröger Einbahnstraßen-Belehrung. Das gilt insbesondere und gerade für das Thema Transparenz. Bei unseren Recherchen und Überlegungen im Rahmen des Pitches für FRoSTA sahen wir uns den Werbeblock genauer an. Vieles, was dort nach Transparenz klingt, ist in Wirklichkeit oft Werbeklischee oder Augenwischerei. Nicht nur bei vielen Food-Marken. Das kann in der Generation Shitstorm schnell nach hinten losgehen.

Transparenz ist in aller Munde. Aber zu trocken schmeckt’s nicht!

Ich meine damit: Bei der Wahrheit fängt die Arbeit des Kreativen erst an. Was ist die kreative Idee, mit der die Wahrheit kommuniziert wird?

Zur Anregung ein paar Fragen, die weiter führen: Was ist der relevante Nutzen? Gibt es glaubwürdige Kooperationspartner, die man einbinden kann? Wie kann man das Versprechen aufmerksamkeitsstark unter Beweis stellen? Wie kann man Konsumenten zu Meinungsbildnern und Multiplikatoren machen?

Aktivierende Markenerlebnisse sind immer emotional.

Wo steht denn bitte, dass ehrlich immer langweilig sein muss? Ist das inspirierende, emotionale Kommunikation, an deren Kraft wir alle glauben? Bewegtbild (um nicht oldschool nur von TV-Spots zu sprechen) kann doch so viel mehr! Faszinieren, emotionalisieren, Diskussionen auslösen, … das geht alles auch in glaubwürdig. Wenn man sich als Kreativer Mühe gibt. Wohlgemerkt – es geht hier nicht um Cannes Löwen. Es geht um Effizienz des Werbebudgets im ganz klassischen Sinne.